Einleitung

Die Methoden der Abzocker werden immer raffinierter. Dazu tragen nicht unwesentlich moderne Kommunikationswege wie Internet und Handys bei. Wenn der Gesetzgeber gerade einem neuen Trick den Riegel vorschieben will, haben die dreisten Abzocker längst ein anderes „Nachfolge-Produkt“ in der Pipeline. Es ist wie das aussichtslose Wettrennen von Hase und Igel. Der Kampf kann einfach nicht gewonnen werden.

Umso wichtiger ist es, über die Methoden und Ziele bisheriger Betrügereien im Bilde zu sein. Und genau dazu möchte dieses eBook einen Beitrag leisten! In diesem Buch finden Sie deshalb verschiedene Abzocker-Geschichten aus dem täglichen Leben. Zum Teil handelt es sich sogar um selbst erlebte Erfahrungen. Dieses eBook kann jedoch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Denn während Sie die neuesten Tricks hier gerade lesen, haben die üblen Gesellen längst das nächste Produkt in der Mache.

Dieses eBook enthält zahlreiche „Abzocker-Kurz-Geschichten“, damit Sie als Leserinnen und Leser einen Überblick der verschiedensten Abzock- Machenschaften erhalten. Ich möchte Sie mit dieser Sammlung von betrügerischen Maschen für Ihren Alltag sensibilisieren. Denn ich bin der Meinung, man muss nicht immer erst selbst Opfer werden, um zu lernen und Vorkehrungen zu treffen.

Vielmehr sollte jeder aus den Erfahrungen Anderer oder aus entsprechenden Geschehnissen lernen und diese für sich selbst maximal verwerten. Denn durch die zunehmende Anzahl, zum Teil hoch professionell, agierender Betrüger, sind wir alle täglich der Gefahr ausgesetzt, Opfer von Abzocke zu werden.

Wer also künftig nicht mehr so einfach reinfallen will, sollte diesen Ratgeber unbedingt gelesen haben. Denn danach werden Sie vorsichtiger und kennen einige Fallstricke des Lebens – online wie offline.

Zu jeder Abzocker Masche finden Sie konkrete Ratschläge, wie Sie sich schützen und sich nicht mehr so leicht für die Betrügereien empfänglich machen.

Beherzigen Sie diese Tipps bei jedem Kauf, vor jedem Geschäft und bevor Sie wichtige Entscheidungen treffen. Mit diesem eBook sind Sie gegen Abzocker besser gewappnet. Und Sie sparen möglicherweise jede Menge Lehrgeld, das viele Unbedarfte täglich immer und immer wieder berappen, weil sie Betrügern weiterhin auf den Leim gehen.

Die Tricks der Offline-Abzocker

Abzocker gibt es überall: Ob am Bahnsteig der Helfertrick mit der Fahrplanauskunft: Da kommt plötzlich jemand und hilft Ihnen, den passenden Zug zu finden und erzählt Ihnen dann etwas von einem knurrenden Magen oder einer verlorenen Geldbörse. Sie wollen ihm helfen, und plötzlich rempelt Sie jemand an. Ihre Geldbörse ist verschwunden und der Helfer auch. Oder denken Sie an die Kaffeefahrt mit den überteuerten Rheumadecken. Wenn Sie nicht kaufen wollen, werden Sie unter Druck gesetzt oder unterwegs ausgesetzt. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie wollen nur Ihr Geld abzocken.

Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen jemand über die Straße hilft oder Ihnen anbietet, Ihre Einkaufstüten nach Hause zu tragen. Gehen Sie mit einer gesunden Portion innerer Distanz durch die Welt. Sagen Sie sich immer wieder selbst: Ich bin nicht für das Leid der Welt verantwortlich und kann auch nicht alle Probleme lösen. Denn Sie treffen häufig auf gut trainierte Schauspieler. Die haben oft nichts anderes gelernt als andere Leute abzuzocken. Wer auf Kaffeefahrten nicht spurt und am Programm gegen Gebühren nicht teilnimmt, wird kurzerhand mitten auf der Strecke einfach ausgesetzt und kann sehen, wie er in einem fremden Land zurechtkommt. Überlegen Sie sich deshalb vorher ganz genau, ob sie an einer Kaffeefahrt teilnehmen.

 

 

Callcenterabzocke ist ein anderes Problem. Die Leute werden darauf getrimmt, per Telefon Menschen übers Ohr zu hauen. Wer sein Tagessoll nicht bringt, steht am Pranger – wie in den Drückerkolonnen. Wer nicht genügend Zeitungsabos verkauft, wird mit Essens- und Schlafentzug bestraft. Die Leute werden im Abzocken extra geschult, haben teilweise Handbücher (Callcenter) auf dem Schreibtisch liegen. Darin stehen vorgefertigte Antworten auf Kundenreaktionen. Das sind alles gängige und bekannte Methoden. Abzocker bringen aber ständig neue Maschen auf den Markt. Damit wollen wir uns im Folgenden genauer beschäftigen.

 

 

Die Abofalle an der Haustür: Wie schnell stecken wir in der Abofalle? Ob in der Fußgängerzone oder an der Haustür, clevere Abzocker verstehen es mit allen Mitteln, Leute um den Finger zu wickeln. Ob durch Befragungen, als Meinungsforscher getarnt oder mit kleinen Präsenten geködert, manchmal merken Sie es gar nicht, dass Sie einen Zeitungsvertrag unterschrieben haben. Sie können aber bis zu 14 Tage nach Vertragsunterzeichnung kündigen. Allerdings bei in Geschäften abgeschlossenen Verträgen gilt das nur bedingt. Da dürfen Sie nur dann kündigen, wenn bis zur ersten möglichen Kündigungsfrist ein Betrag von über 200 Euro für das Abo zu zahlen wäre.

 

 

Der Enkel-Trick: Das oftmals schlechte Gehör älterer Menschen machen sich ganz miese Abzocker vor allem aus dem osteuropäischen Raum zunutze. Sie wälzen Telefonbücher deutscher Städte durch oder nutzen kaufbare Adressdaten-Software, die einen Altersfilter enthält und nur Personen ab einem bestimmten Alter auflistet. Darin suchen sie dann gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen. Etwa Amalie, Josefa, Juliane, Adolf oder Ferdinand sind dann solche Opfer. Sie werden angerufen, und dann erklingt am anderen Ende in der Ukraine oder Bulgarien: „Hallo Oma, rate mal wer hier ist?“

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