Vorwort

Falsche Glaubenssätze (nicht religiöse) bestimmen zu einem sehr großen Teil unser Leben und hindern uns oft daran, glücklich zu sein. Meistens sind sie uns durch Eltern und Großeltern regelrecht eingeimpft worden, und wir schleppen sie wie einen Mühlstein als große Last zeitlebens mit uns herum. Sie verbauen uns viele Chancen – nicht nur für uns selbst, sondern auch dabei, anderen netten Menschen unbefangen zu begegnen und wunderbare Bekanntschaften zu machen.

Viele Glaubenssätze hatten zu ihrer Zeit eine Berechtigung wie im Krieg oder kurz danach „Es gibt nicht genug zu essen“ – „Iss Deinen Teller auf, damit Du stark und groß wirst“, was bedeutete, das Essen ist so kostbar, Du musst nun auch alles aufessen, es wird nichts weggeschmissen.

Falsche Glaubenssätze machen uns befangen, voreingenommen. Wir treffen auf Menschen mit falscher Vorsicht, statt offen zu sein, kommunikativ und unser eigenes Urteil zu bilden. Ja, sie hindern uns sogar daran, phantastische Partnerschaften einzugehen, weil wir durch irrige Glaubenssätze daran gehindert werden – beispielsweise durch den Satz „Alle Männer sind Schweine“ oder „Männer (Jungs) weinen nicht“ oder „Frauen denken nicht logisch“.

Nehmen wir nur einmal den Satz „Männer weinen nicht“, der aus grauer Vorzeit stammt und aus manchen Köpfen nicht wegkriegen ist. Treffen attraktive Frauen nun mit diesem Vorurteil auf ihren Traummann, der dann in einer bestimmten Situation doch seine Gefühle zeigt und offenbart, dass er nah am Wasser gebaut hat, ja das war´s dann leider. So verbaut Frau sich eine neue Beziehung.

So geschieht es in vielen Bereichen: Ob im Berufsleben oder in der Geschäftswelt, in zwischenmenschlichen  Beziehungen oder in Freundschaften – falsche Glaubenssätze verbauen uns Chancen, sind schreckliche Barrieren. Werfen Sie endlich diesen Ballast weg; befreien Sie sich von den Fesseln vermeintlich gut gemeinter Glaubenssätze. Drücken Sie auf Neustart und fangen Sie an, glücklich zu leben. Entstauben Sie Ihr Leben von irrsinnigen Glaubenssätzen. Dieses eBook hilft ihnen dabei und ist damit der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben. Natürlich gibt es auch richtige Glaubenssätze; an denen wollen wir nicht rütteln. Es geht hier um den Unsinn des Lebens. Damit Sie künftig glücklicher werden, fangen wir jetzt dem Entrümpeln an – nennen wir es einfach Frühjahrsputz für Ihre Seele.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind überlieferte Sprüche unserer Eltern oder von Freunden und Verwandten, gängige Floskeln (Eigenlob stinkt), aufgeschnappte Informationen, die nicht immer richtig sein müssen, von uns aber als Glaubenssätze angenommen werden, und negative Erfahrungen, die wir selbst oder andere gemacht haben. Es gibt also durchaus unterschiedliche Arten von Glaubenssätzen, die alle verschieden wirken – eines ist aber klar: Sie engen unser Leben ein. Man muss Glaubenssätze auch immer im Kontext der jeweiligen Zeit sehen. Deshalb verstauben sie ja auch so schnell. Was kurz nach dem Krieg noch als Glaubenssatz durchaus berechtigt gewesen sein mag, hat sich heute längst selbst ad absurdum geführt – wie „Unsere Kinder sollen es mal besser haben“ oder „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ oder „Ihr sollt groß und stark werden, deshalb gibt es Haferflocken“. Sie sehen also: Glaubenssätze stammen aus unterschiedlichen Motivationen; die einen sind mehr zu hinterfragen, die anderen weniger. Aber alle gehören auf den Prüfstand.

Woher kommen die falschen Glaubenssätze?

Eine ganz wesentliche Ursache für das Entstehen falscher Glaubenssätze sind meist negative Erfahrungen in Kindheit oder Jugend (gebranntes Kind scheut Feuer). Man macht durch ein Missgeschick zum Beispiel die Erfahrung, dass Feuer brennt und wehtut, etwa wenn man in eine Kerzenflamme greift oder die Herdplatte berührt. Schon ist Feuer negativ belegt und zieht sich durchs weitere Leben. Man versucht erst gar nicht mehr, sich mit Feuer positiv auseinanderzusetzen. Anstatt auch die Vorzüge von Feuer zu erkennen, etwa um Wärme zu erzeugen oder Licht ins Dunkel zu geben, verschließen wir uns dieser positiven Erfahrung.

Oder nehmen Sie ein anderes Beispiel. Als Kind werden Sie von einem Hund gebissen, weil Sie eine ungeschickte Bewegung Richtung Vierbeiner gemacht haben. Sie sind ein Leben lang nun auf Hunde nicht mehr gut zu sprechen und weichen ihnen aus. Jetzt geht Ihre Geschichte aber noch (tragisch) weiter. Als Mutter übertragen Sie automatisch wegen Ihrer negativen Erfahrung und wegen des daraus resultierenden Glaubenssatzes „Hund = Gefahr“ Ihre Angst auch auf Ihre Kinder. Sie beschützen sie übertrieben vor jedem Hund – ja bis hin zur Aggressivität gegenüber Hundehaltern („Leinen Sie Ihren Hund an, sonst rufe ich die Polizei!“). Solche Kinder werden nie einen unbefangenen Kontakt zu Hunden bekommen – geschweige denn Vierbeiner wirklich lieben. Das ist doch wirklich traurig, wenn sich solche falschen Glaubenssätze aufgrund eines Erlebnisses heraus so festsetzen.

Oder nehmen Sie noch ein anderes Beispiel: Sie werden zufällig mal in einem südamerikanischen Land überfallen (es hätte jeder x-beliebige andere sein können) und bestimmen nun für Ihr ganzes Leben, dass alle Südamerikaner potenzielle Verbrecher sind. Durch diesen Glaubenssatz verbauen Sie sich wunderbare Erlebnisse mit angenehmen Menschen und gute neue Freundschaften sowie atemberaubende Landschaften, weil Sie Südamerika allein wegen Ihres falschen Glaubenssatzes den Rücken gekehrt haben und da nicht mehr leben wollten.

Oder Sie sind als Frau von einem südländischen Typen sexuell belästigt worden. Wenn Sie daraus nun den Glaubenssatz ableiten, alle Südländer seien Triebtäter, könnten Sie es sich möglicherweise mit  Ihrem Traumpartner vergeigen.

So passiert es uns leider oft im Leben: Wir machen negative Erfahrungen oder haben schlimme Erlebnisse und entwickeln daraus Glaubenssätze, die uns ein Leben lang blockieren. Auch schnappen wir allzu leicht Informationen auf, die wir gleich zum Glaubenssatz hochstilisieren. Wir reflektieren gar nicht objektiv, ob die Informationen von Freunden, aus dem Fernsehen oder Radio wirklich stimmen. Allzu leichtgläubig übernehmen wir sie – und siehe da: Sie führen zu falschen Glaubenssätzen. Dabei war die Info schlichtweg falsch oder übertrieben.

Es ist Fakt, dass unser Leben durch Glaubenssätze maßgeblich beeinträchtigt wird. Deshalb ist es gut, ab und zu mal seine Glaubenssätze – und zwar alle – deutlich auf den Prüfstand zu stellen. Hinterfragen Sie selbstkritisch alle Ihre Glaubenssätze und räumen Sie endlich auf mit den zahlreichen Irrlichtern. Dazu gehört natürlich auch eine Portion Mut: Zünden Sie mal wieder eine Kerze an, um die Angst vor dem Feuer zu überwinden. Treffen Sie sich mit einem netten Südländer, der Ihnen den Kopf verdreht hat, und treten Sie ihm aufgeschlossen gegenüber. Entdecken Sie Ihre neue Liebe für Südamerika und sichern sich durch ein paar Vorsichtsmaßnahmen ab, damit Ihnen ein Überfall so schnell nicht wieder passiert.

Abgrenzung zu Regeln und Gesetzen

Glaubenssätze sind nicht zu verwechseln mit Regeln und Gesetzen. Die Zehn Gebote zum Beispiel sind christlich festgeschriebene Regeln, ohne die menschliches Zusammenleben nicht funktionieren würde – „Du sollst nicht töten“ – es gäbe Mord und Todschlag, das Gesetz des Stärkeren würde regieren. Und selbst bei Geboten „Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen (lügen) oder Deines Nachbarn Weib begehren“ haben wir es immer noch mit Regeln zu tun, die in die öffentlichen Gesetzbücher eingeflossen sind. Staatliche Gesetzbücher regeln viel detaillierter das Zusammenleben.

Also Glaubenssätze sind keine Regeln und Gesetze, auch im strengeren Sinn keine Moral – allenfalls falsch verstandene. Glaubenssätze müssen nicht befolgt werden. Sie sind Angebote, man darf sie auch ignorieren. Aber sie spiegeln schon bestimmte Vorstellungen der Gesellschaft wieder; manche bezeichnen sie auch als moralische Prinzipien von Kulturen. Wobei natürlich jede Kultur ihre eigenen Vorstellungen hat. So gilt der Mann heute immer noch in manchen islamischen Kulturkreisen als der Lebens bestimmende Mittelpunkt, der auch über seine Frau herrscht und sie beherrscht. Da wäre es in der Tat immer noch unschicklich, wenn der Mann weinen würde. Aber sehen wir es einmal so: Nicht jeder Mann auch in diesen Kulturen ist so taff geboren, dass er diesem Idealbild entspricht. Wie schwer muss es da ein so genanntes „Weichei“ haben? Da zerstören Glaubenssätze „Wie Männer weinen nicht“ geradezu männliche Existenzen. Dann gibt es Gesellschaften, wo das so genannte Matriarchat vorherrschend und bestimmend ist, also die dominante Rolle der Frau. Da dürfen dann auch getrost mal die Männer weinen.

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