Geschäftliche Grundlagen

Zunächst müssen wir auf die notwendigen „Formalitäten“ eingehen:
Wer, in welcher Form auch immer, Geld verdient, muss seine Einkünfte versteuern, Einnahmen und Ausgaben dokumentieren. Viele Anfänger haben bereits damit ihre Schwierigkeiten, oder / und vernachlässigen diesen Bereich sträflich, so dass später Probleme mit den Finanzbehörden entstehen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Formale Erfordernisse einer selbständigen Tätigkeit im Web müssen erfüllt werden. Auch wenn Sie nur nebenberuflich agieren, sind sämtliche Transaktionen, monetäre Ströme zu dokumentieren. Zudem sollten Sie das Einverständnis ihres eventuellen Arbeitgebers für ihre Aktivitäten einholen.

Das Gewerbe

In der Regel arbeiten Sie im Internet als Agentur / kleine Firma (Ein Mann bzw. Frau – Betrieb), welche bestimmte Dienstleistungen bzw. Produkte anbietet. Niemand darf in Deutschland solche Tätigkeiten selbständig ausüben, ohne ein Gewerbe anzumelden. Man arbeitet selbständig auf eigene Rechnung und in eigener Verantwortung, d.h. man ist für Einnahmen, Ausgaben, ev. Verbindlichkeiten, Zahlung von Abgaben, Steuern etc. selbst verantwortlich. Das Betreiben eines Gewerbes ist eine nachhaltige Tätigkeit mit der Absicht, Gewinne zu erzielen. Man nimmt am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil.

Obligatorisch ist die Anmeldung des Gewerbes beim zuständigen Ordnungsamt des Wohnortes. Dort müssen Sie den Zweck des Gewerbes angeben, wobei eine ziemlich weit gefasste Formulierung angebracht ist, denn Sie dürfen nur die beschriebenen Tätigkeiten ausüben. Je präziser diese Formulierungen sind, desto enger wird ihr Tätigkeitsbereich. Gleichzeitig müssen Sie aber auch aufpassen, nicht Tätigkeitsbereiche anzugeben, für die besondere Prüfungen verlangt -, oder Vorschriften verlangt werden. Bezüglich einer passenden Formulierung hilft Ihnen ein guter Unternehmensberater, Steuerberater jederzeit weiter.

Mit der Anmeldung auf dem Ordnungsamt geht ein Durchschlag des Formulars an das zuständige Finanzamt. Sie erhalten dann eine Steuernummer, falls in der Vergangenheit noch keine Nummer zugeteilt wurde. Betriebe (Gewerbe) unterliegen der Gewerbesteuer.
Mit einem Gewerbe werden Sie automatisch Mitglied in der für ihren Wohnort zuständigen IHK (Industrie und Handelskammer) und müssen Beiträge entrichten. Deren Höhe richtet sich nach Umsatz, Größe des Betriebes, Rechtsform etc..
Falls Sie freiberuflich arbeiten, benötigen Sie keinen Gewerbeschein, zahlen auch keine Gewerbesteuer. Informieren Sie das zuständige Finanzamt über ihre Tätigkeit. Vom Startzeitpunkt an versteuern Sie dann Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit.

Vorsicht!
Existenzgründer erhalten von den Finanzbehörden Vorsteuerbescheide zu Einkommen – und Umsatzsteuer. Geben Sie ihre Umsatzerwartungen lieber äußerst bescheiden an, denn sonst zahlen Sie hohe Vorsteuerbeträge, obwohl Sie noch keinen Cent Umsatz gemacht haben. Konsultieren Sie zu diesem Thema am besten einen Steuerberater.

Gründungsvoraussetzungen

Mit ihrer Internet Tätigkeit sollten Sie stets am Puls der Zeit sein, d.h. der oder die Betreiber müssen die Marktlage in ihrem Bereich ständig verfolgen.
Besondere fachliche Kenntnisse oder Ausbildungen sind nicht erforderlich, schaden aber auch nicht. Sehr wichtig ist auch das Vertrauen der Kunden / Auftraggeber in ihren Service. Absolute Diskretion und Vertraulichkeit sind unverzichtbare Eigenschaften des Gründers. Vertrauliche Daten dürfen nur an berechtigte Personen oder Firmen weitergegeben werden. Initiatoren sollten gut – und gerne am Computer arbeiten. Ein wenig Erfahrung im Umgang mit der EDV und modernen Programmen sollten Sie schon mitbringen.

Selbstverständlich müssen Sie mit der Situation eines Selbständigen zurecht kommen. Dies bedeutet eine verstärkte Integration von Verantwortung im Leben. Man ist für die eigene Tätigkeit, das eigene Geschäft selbst verantwortlich und kann eventuell misslungene Aktionen nicht Anderen in die Schuhe schieben, oder sich hinter einem Vorgesetzten verstecken. Weiterhin muss man mit unregelmäßigen Einnahmen rechnen können. Es ist nicht so, dass jeden Monat immer bestimmte Summen auf das eigene Konto überwiesen werden. Zusätzlich benötigt man eine gehörige Portion Durchhaltevermögen, denn bei fast jedem Selbständigen kommen zuerst schwierige Zeiten. „Aller Anfang ist schwer“. Dieses Sprichwort sollte der Gründer durchaus ernst nehmen und sich über die Anforderungen bewusst sein. Man muss über längere Zeit kämpfen können, um sich im Markt durchzusetzen.

Wer Einnahmen erzielen möchte, muss ein gesuchtes Produkt oder eine Dienstleistung ohne Fehl und Tadel abliefern. Dies reicht jedoch nicht immer. Vielmehr sollte man sich bemühen, stets ein besseres Produkt als die Konkurrenz anzubieten.
Ohne stetige Leistung verliert man Kunden und hat langfristig keine Chance, als Selbständiger zu überleben. Was vielleicht als selbstverständlich angesehen wird, soll in diesem Rahmen noch einmal betont werden, denn die Realität zeigt immer wieder, dass sich viele Gründer im Internet die Selbständigkeit nicht so hart vorgestellt hatten. Der Schritt in eigenverantwortliches Arbeiten ist vor allem mit viel Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und Verzicht auf Freizeit verbunden.

Wie starte ich?

Bei Internet Konzepten braucht der Initiator vor allem die obligatorische EDV – Anlage (PC, Monitor, Drucker, Modem) für die eigentliche Tätigkeit und die Verwaltung. Oft ist beim Kauf bereits eine brauchbare Office Software enthalten. Dabei können Sie ruhig auf günstige Alternativen zurückgreifen, denn die üblichen Arbeiten lassen sich mit fast jedem modernen PC erledigen.
Zusätzlich brauchen Sie ein Programm für die Buchhaltung. Selbstverständlich sollten noch ein Telefon / Fax und ein vernünftiger Schreibtisch mit gutem Bürostuhl vorhanden sein.

Startkapital

Für die meisten – später noch beschriebenen Ideen brauchen Sie kaum Startkapital. Dieses Geld sollten Sie privat aufbringen können, denn Banken halten von der Finanzierung sehr kleiner Summen für Existenzgründungen nicht viel. Es ist in ihrem Interesse, wenn Sie Eigenkapital zur Verfügung haben, denn Fremdkapital schafft Abhängigkeiten, die auch ausgenutzt werden.
Einen Teil des Startkapitals brauchen Sie auf jeden Fall für die Werbung. Die reinen Gründungskosten belaufen sich etwa auf Euro 50 – 100 (Formalitäten je nach Gemeinde).
Für die Werbung brauchen Sie deshalb Kapital, weil der neue Service mit verschiedenen Methoden erst einmal bekannt gemacht werden muss. Verzichten Sie am Anfang auf eigene Büros o.ä.. Agieren Sie statt dessen von den gewohnten Räumlichkeiten aus. Es gilt, überflüssige Kosten zu vermeiden und möglichst bescheiden anzufangen.

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