Entstehung der Investmentfonds

Amerika war der Geburtsort der Investmentfonds. Irgendwann zur Jahrhundertwende kamen ein paar pfiffige Menschen auf die Idee, hauptberufliche Manager das Geld vieler Menschen verwalten zu lassen und somit dem Geldanleger das Investieren gegen eine Gebühr abzunehmen. Somit war die Gründung einer Investment- oder Kapitalanlagegesellschaft nur noch eine Formsache.

Einige Jahrzehnte vergingen bei der Entwicklung der Investmentidee, in denen immer wieder neue Varianten der Fondsanlage geschaffen wurden. Mittlerweile gibt es weltweit so viele Investmentgesellschaften, dass für fast alle bestehenden Geldanlagemöglichkeiten Fonds entwickelt wurden.

Es gibt Renten- und Aktienfonds, die im In- und Ausland ihr Geld anlegen. Immobilienfonds, Gold- und Silberfonds, Ölfonds, Diamantenfonds, usw., aber auch solche Fonds, deren Anlageschwerpunkt in besonderen Ländern (Japan, Kanada, USA…) oder Kontinenten (Asien, Europa) liegen.

Durch die Vielzahl der Anlagemöglichkeiten sind die Investmentfonds nicht nur in Amerika seit einiger Zeit sehr beliebt, sondern auch immer mehr Deutsche entwickeln eine Vorliebe für Fonds. Denn Fondssparen ist genauso einfach, wie ein Sparbuch zu besparen.

In Deutschland werden die meisten Investmentfonds von Banken und Sparkassen verwaltet. Die älteste deutsche Investmentgesellschaft ist die ADIG (Allgemeine Deutsche Investment-Gesellschaft).

Was ist ein Investmentfond?

Der Käufer einer Aktie weiß nie sicher, ob die Aktiengesellschaft, deren Anteile er kaufen möchte, in Zukunft weniger verdienen wird oder einem ungeheuren Boom entgegen sieht. In dem einen Fall würde er Kursverluste hinnehmen müssen, im anderen einen erklecklichen Gewinn machen. Risiko und Gewinn liegen also dicht beieinander.

Die Chancen und Risiken, die ein Wertpapier in sich birgt, müssen deshalb vor dem Kauf sorgfältig geprüft werden. Und das kann nur jemand, der die Hand stets am Puls der Wirtschaft hat – ein Börsenfachmann.

Wer nur gelegentlich Aktien oder Anleihen (Schuldverschreibungen) kauft, wird viele politische und wirtschaftliche Signale übersehen, die dem professionellen Börsenhändler nicht entgehen. Der Börsenprofi würde darauf reagieren, der Gelegenheitsbörsianer nicht. Er kauft deshalb unter Umständen zu spät, zu früh, überhaupt nicht oder zuviel, bzw. zu wenig – und damit fast immer teurer als der Profi.

Dennoch ist das Börsengeschäft auch für den Profi nicht immer vorausschaubar, so dass er auch nicht immer richtig liegt.

Einige Profis kamen deshalb schon früh auf die Idee, ihr Kapital nicht nur auf ein Wertpapier zu setzen, sondern unterschiedliche Wertpapiere zu kaufen. Die schlechte Kursentwicklung eines einzelnen Papiers, sei es eine Aktie oder Schuldverschreibung, ist dann leichter zu verkraften.

Aber auch die Streuung von Kapital setzt eine genaue Kenntnis der Börse und deren Gesetzmäßigkeit voraus. Folglich kann, bzw. sollte man nicht querbeet kaufen oder verkaufen, denn das beste Ergebnis erzielt man immer noch durch eine gezielte Anlagepolitik.

Risikostreuung und gezielte Anlagepolitik sind somit der optimale Weg, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Dieses Ziel hat sich eine Investmentgesellschaft auf ihre Fahnen geschrieben.

Ein Investmentfond legt das Geld anderer Menschen gegen eine Gebühr an und das erfordert besondere Sorgfalt. Deshalb erwerben Investmentfonds nur Wertpapiere von ausgewählten Unternehmen verschiedenster Branchen, die eine gute wirtschaftliche Zukunft erwarten lassen. All diese Papiere werden an der Börse gehandelt.

Die deutschen Investmentfonds unterliegen dem strengen Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG). Es unterstellt die Fonds der Bankenaufsicht und enthält strenge Vorschriften, wie das Vermögen verwaltet werden muss und welche Richtlinien bei der Risikostreuung eingehalten werden müssen.

Ein Investmentfond erwirbt immer nur Wertpapiere guter und bester
„Adressen“. „Gute, bzw. Beste Adressen“ bedeutet im Banker-Deutsch solvent (zahlungsfähig). Es handelt sich also um Firmen und Institutionen, deren wirtschaftliche Lage über jeden Zweifel erhaben ist, z.B. Hypothekenbanken, Geschäftsbanken, Gemeinden oder den Staat selber.

All diese Papiere werden an der Börse gehandelt. Und die funktioniert nicht viel anders als der Wochenmarkt nebenan, mit dem Unterschied, das dort nicht mit Obst, Gemüse oder Fisch gehandelt wird, sondern mit Wertpapieren. Angebot und Nachfrage sowie die Qualität bestimmen auch hier den Preis. Investmentfonds erwirtschaften durchschnittlich den Ertrag, den der Gesamtpapiermarkt abwirft.

Investmentfonds setzen also ihr Kapital nicht nur auf ein Wertpapier. Dadurch ist die schlechte Kursentwicklung eines einzelnen Papiers (Aktie oder Anleihe) leichter zu verkraften. Diese Risikostreuung ist einem einzelnen Anleger kaum möglich.

Wie schon erwähnt wird ein Investmentfonds von einem Manager, also einem Börsenfachmann geführt. Ihm sollte man eine besonders gute Kenntnis der Börsenlandschaft zutrauen dürfen. Und dies ist ein sehr wichtiger Punkt bei der Entscheidung für einen Investmentfonds.

Denn auch an der Börse wird nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage gehandelt. Aber auch viele politische und wirtschaftliche Signale sind entscheidend für die weitere Entwicklung des Marktes.

Daher beobachten und analysieren erfahrene Börsenfachleute laufend Unternehmen, Branchen und die konjunkturelle Entwicklung. Je nach Marktentwicklung stellen diese Börsenprofis das Fondsvermögen zusammen und schichten es im Bedarfsfall um. Dadurch wird immer eine vernünftige Mischung des Fonds (Portefeuilles) gewahrt.

Höchstmögliche Sicherheit und eine gute Wertsteigerung ist das Ziel der meisten Fonds. Daneben gibt es aber auch spekulativ ausgelegte Fonds, die versuchen, in relativ kurzer Zeit eine möglichst hohe Rendite zu erreichen.

Trotz allem steckt der Börsenmarkt auch für den Fachmann voller Überraschungen, so dass er auch nicht immer richtig liegt. Deshalb Vorsicht: Es gibt schlechte und gute Fonds, denn jeder ist nur so gut wie sein Management.

Die Zuwachsraten (Wertzuwachs) mancher Fonds sind so schlecht, wenn überhaupt vorhanden, dass sie weder die Inflationsrate ausgleichen, noch die Verzinsung eines ganz normalen Sparbuches erreichen konnten.

Jeder Investmentfond ist deshalb nur so gut wie sein Konzept und seine Manager. Das angesammelte Geld in diesen Fonds vermehrt sich ja nicht von selbst, sondern wird ausschließlich durch das Geschick der Manager und seiner Mitarbeiter vermehrt. Deshalb werden gute Fondsmanager, die Erfolge über einen längeren Zeitraum vorweisen können, sehr gut bezahlt.

Bei uns gibt es mittlerweile mehrere hundert Fonds, die allein von deutschen Gesellschaften angeboten werden. Und Sie haben die Qual der Wahl. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, bzw. das Verständnis für die einzelnen Fondstypen zu vertiefen, empfehle ich Ihnen die folgenden Kapitel zu lesen.

Die meisten Fondsgesellschaften schütten einmal im Jahr den anteiligen Ertrag an den Fondssparer aus. Geschäfts- und Rechenschaftsberichte informieren den Anleger regelmäßig über die Zusammensetzung des Fondsvermögens und über die erwirtschafteten Erträge und deren steuerliche Behandlung.

Fast alle Fondsgesellschaften sehen ein kostenloses Umtauschrecht von Anteilscheinen des einen Fonds in solche eines anderen Fonds der eigenen Gesellschaft vor. Dadurch vergrößert sich Ihre Beweglichkeit, denn Sie können von Aktien- in Rentenfonds oder von EURO-Fonds in Fremdwährungsfonds hin- und herspringen. So können damit jede konjunkturelle Entwicklung nutzen, ohne dass Ihnen hierdurch Kosten entstehen.

Das Besondere an den Fonds aber ist, dass Sie die Summe, mit der Sie einsteigen wollen, selbst bestimmen können. Damit sind sie gleichzeitig an einer Vielzahl von Unternehmen beteiligt, während Sie für den gleichen Betrag meistens nicht einmal eine deutsche Aktie an der Börse erwerben können.

Wenn man es als Anleger ganz bequem haben möchte und sich weder um die Auswahl der Aktien noch um die Ausübung des Stimmrechts kümmern möchte, dann kauft man Investmentzertifikate.

Kein Wachstum ohne Wertpapiere

Wohlstand und Wachstum unserer freien Wirtschaft beruhen auf einem einfachen Prinzip: Auf der einen Seite werden Produkte hergestellt und Dienstleistungen angeboten, die auf der anderen Seite gekauft und in Anspruch genommen werden.

Die Anbieterseite braucht laufend Kapital: zum Beispiel, um alte Produktionsanlagen zu erneuern, um neue Produkte zu entwickeln, um Dienstleistungen zu verbessern. Die eigenen Rücklagen reichen dabei zur Deckung des Kapitalbedarfs oft nicht aus – dann wird über die Ausgabe von Aktien Kapital beschafft oder durch das Angebot von festverzinslichen Wertpapieren ein Darlehen aufgenommen. Das eröffnet jedermann die Möglichkeit, sich an der Substanz der Wirtschaft und an den Erträgen des Kapitalmarktes zu beteiligen. Auch wer mit Fonds spart, wird Wertpapierbesitzer.

Mit Investmentfonds haben Sie mehrere Eisen im Feuer. Investmentfonds legen Vermögen in Wertpapieren an. Ihre Eigentümer sind die Investmentsparer, denn sie erwerben mit ihren Einzahlungen Anteile an den Fonds.

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