Was ist Sparen?

Mit Sparen bezeichnet man eine Tätigkeit, die darauf ausgerichtet ist, finanzielle Mittel anzusammeln und für spätere Zeiten zurückzulegen bzw. aufzubewahren. Dies kann in unterschiedlichen Formen stattfinden.
Noch nehmen ältere Mitbürger den obigen Satz wörtlich und deponieren viel Bargeld in der eigenen Wohnung. Andere erwerben z.B. Goldmünzen, um ihr Vermögen stets greifbar bei sich zu haben und es vor inflationären Entwicklungen (schleichende Entwertung des Gelds) zu schützen. Kinder sparen mit ihrer Sparbüchse oder dem bekannten Sparschwein.

Viele Erwachsene verstehen „Sparen“ immer noch als eine zeitlich beschränkte Aktivität zum Zweck der erneuten Ausgabe des angesparten Kapitals. Gespart wird z.B. auf ein neues Auto, Kleidung, Handys, Unterhaltungselektronik, Urlaub. Dies kann seine Berechtigung haben.
Kurz: Ersparnisse werden oft für Konsumgüter ausgegeben. Diese Güter verlieren jedoch nach kurzer Zeit ihren Wert.

Um langfristig erfolgreich zu sparen, dürfen finanzielle Mittel nicht in solchen Konsumgüter „angelegt“ werden. Vielmehr ist zu empfehlen, dass mühsam zurückgelegtes Geld konkret in „beständige Werte“ fließt. Das sind etwa Wertpapiere, Immobilien, Edelmetall, verzinste Guthaben, Investmentfonds.
Diese Alternativen verlieren ihren Wert nicht, oder nur vorübergehend, um dann wieder ihren alten Wert anzunehmen und ihn von Jahr zu Jahr zu steigern.

Wichtig:
Sparen Sie nicht für ihren Konsum, sondern für den Aufbau von beständigen Werten.

Warum?

Ersparnisse zu konsumtiven Zwecken werden kurz nach ihrem Einsatz sozusagen vernichtet und Sie müssen wieder von vorne beginnen.
Wenn Sie jedoch für beständige Werte sparen, starten Sie, bildlich gesprochen, mit dem Aufschütten eines kleinen Bergs. Je mehr Sie ansparen, desto schneller wächst der Berg. Die Erträge ihrer Ersparnisse lassen den Berg auch anwachsen.
Solange Sie nichts entnehmen, wird der Berg niemals kleiner, sondern wächst jedes Jahr. Konkret heißt das: Sie haben von Jahr zu Jahr immer mehr Geld auf der Seite. Prägen Sie sich dieses Bild am besten gut ein: Sie schütten den Berg regelmäßig auf, bis es soweit ist und Sie ihr Ziel erreicht haben. Vorher wird nicht aufgegeben!

Weil es so wichtig für ihren Erfolg ist, möchte ich es wiederholen. Prägen Sie sich die folgenden Sätze gut ein:

Ersparnisse für den Konsum enden ergebnislos.

Ersparnisse in beständige Werte bilden die Grundlage für ein Vermögen.

Der übliche Weg ist, seine Ersparnisse mithilfe von Banken, Investmentgesellschaften, Versicherungsgesellschaften zu bilden, die eine ordentliche Verzinsung der eigenen Einlagen bieten können.
Schließlich soll das Sparen für den Sparer Vorteile mit sich bringen. Warum erhält man für Spareinlagen überhaupt Zinsen? Nun, die Banken arbeiten mit dem Geld der Sparer. Sie verleihen diese Summen an Kreditnehmer und erhalten dafür viel mehr Zinsen, als sie dem Sparer bieten. Das ist ihr Geschäft. So verdienen die meisten Banken Geld.
Für die Einlage gibt es also einen Anteil vom Gewinn in Form von Zinszahlungen für den Sparer.

Auf diese Weise kann der Sparer Einkommen aus seinem Kapital erzielen. Die ursprünglichen Produktionsfaktoren aus der Volkswirtschaftlehre sind Arbeit, Boden, Kapital. Die meisten Leser dürften ihr Einkommen wohl mit der Arbeit realisieren. Durch regelmäßiges Sparen kann man sein zweites Standbein, nämlich Einkommen aus Kapitalanlagen, aufbauen.
Dies ist nicht nur angenehm, sondern notwendig, denn die Arbeitseinkommen konnten in den letzten Jahren keinerlei Fortschritt bezüglich deren Höhe machen. Im Gegenteil: In vielen Branchen wurden Löhne Gehälter massiv gesenkt. Durch die steigenden Lebenshaltungskosten und stetig wachsende Abgaben wird ein großer Teil der Arbeitnehmer und Selbständigen keine andere Wahl haben, als mit ihren Ersparnissen, Erbschaften weiteres Einkommen zu generieren.

Sparen sollte man also nicht nur für Rücklagen, sondern auch langfristig für die Realisierung eines zweiten Einkommens. Das bedeutet: Ihr Geld wird für Sie immer wieder Geld verdienen.

Erinnern Sie sich noch an die drei oben genannten Produktionsfaktoren?
Arbeit, Boden und Kapital.
Wenn die Arbeit nicht mehr genügend Einkommen ermöglicht, müssen Sie mit den anderen Produktionsfaktoren zusätzliches Einkommen generieren.
Vielleicht sind aber auch in der glücklichen Lage, eine große Erbschaft gemacht zu haben? Dann können Sie unter Umständen ihr Einkommen ganz aus Zinszahlungen, Erträgen, gezahlten Mieten o.ä. bestreiten und müssen nicht mehr arbeiten. Dieser Zustand ist das Ziel aller Bemühungen eines systematischen Sparers: So viel Geld zu haben, dass man von den laufenden Erträgen aus dem eigenen Vermögen gut leben kann. Natürlich wird dies für viele „Betroffene“ nicht zutreffen, aber durch eine systematische Vorgehensweise und strenge Disziplin beim Sparen ist ein solcher Erfolg der eigenen Bemühungen erreichbar.

Sparen ohne Verlustängste

Die meisten Menschen haben Angst etwas im Leben zu verpassen. Zu unserem Dasein gehört neben den Vergnügungen jedoch auch die Pflicht, sich um das eigene Fortkommen zu kümmern. Dies klappt nun einmal mit Geld wesentlich leichter als ohne.
Finanzielle Unbekümmertheit führt selten zum Erfolg. Im Gegenteil: Noch nie waren so viele Haushalte hoch verschuldet. Die immense Anzahl der privaten Insolvenzen verdeutlicht, dass viele Menschen mit ihrem verfügbaren Budget nicht mehr auskommen und teilweise auch nicht mit Geld umgehen können. Sicher gibt es Fälle, bei denen Personen ohne eigene Schuld in Not geraten, aber viele Betroffene haben eben auch ohne Maß und Ziel konsumiert und sich dabei in eine „Schuldenfalle“ manövriert.
Das einwandfreie „Haushalten“ ist jedoch in diesen Zeiten der Unsicherheit und des drohenden Arbeitsplatzverlustes notwendig, um bei eintretenden Problemen nicht gleich den Boden unter den Füssen zu verlieren.

Sparen verbinden wir hier mit einem Gewinn an Lebensqualität, der sich später durch eine verstärkte Unabhängigkeit zeigt. Der kurzfristige Verlust an Konsummöglichkeiten wird daher von den meisten Sparern aufgrund des wichtigen Ziels der Vermögensbildung kaum als besonders einschränkend empfunden.
Wer nicht spart, verliert umso mehr: Im Ernstfall seine Würde und sozialen Status, wenn die üblichen Einkommensquellen wegfallen, was angesichts der massiven Entlassungswellen in Gesamteuropa schon vorkommen kann.

Aufgrund der massiven Unkenntnis über finanzielle Grundregeln in der Bevölkerung sehen wir uns gezwungen, in diesem Rahmen auf ein paar wichtige Punkte für private Haushalte hinzuweisen:

– Kredite nehmen Sie nur für immobile Güter auf (Immobilien, Grundstücke).

– Mobile Güter (Autos, Einrichtungen, Elektronik, Geräte, Kleidung) werden stets vollständig bezahlt, oder ein Kauf kann nicht stattfinden. Ein finanzierter Kauf auf Ratenbasis ist untersagt.

– Bestimmen Sie in einem Haushaltsbuch ihre monatlichen Budgets. Geben Sie nie mehr Geld pro Periode aus, als im Haushaltsbuch festgelegt wurde!

– Unterlassen Sie ständige Ausgaben für unwichtige Güter. Unterlassen Sie auch regelmäßige Ausgaben ohne Kontrolle z.B. per Kreditkarte, EC Karte. Zahlen Sie möglichst oft mit Bargeld, um den direkten Kontakt zum Geld nicht zu verlieren und praktisch zu spüren, wie die Scheine „aus der Hand gehen“.

– Legen Sie für Spontankäufe eine Obergrenze fest, die unter keinen Umständen überschritten werden darf.

– Kaufen Sie nichts, wenn nichts benötigt wird, auch wenn der Preis günstig sein sollte. Nicht der Preis, sondern ihr Bedürfnis ist der Kaufgrund.

Wer die oben genannten Regeln im Alltag berücksichtigt, wird kaum in die Schuldenfalle geraten, aber stets kontrolliert mit Geld umgehen. Dann können auch die Grundsteine für ein eigenes Vermögen gelegt werden.

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